Pfade unserer Ahnen – Im Reich der Bärengöttin
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Eine Wanderung durch eine der außergewöhnlichsten Felslandschaften der Südeifel. Auf rund 21,7 Kilometern führt „Im Reich der Bärengöttin“ durch die geheimnisvolle Welt des Ferschweiler Plateaus und der Teufelsschlucht – vorbei an mächtigen Sandsteinwänden, engen Felspassagen, alten Wegen und Orten, um die sich bis heute Geschichten und Sagen ranken. Die Landschaft entstand über Millionen von Jahren.
Wasser, Frost und Verwitterung formten den Luxemburger Sandstein zu Schluchten, Felstürmen und teilweise bizarr anmutenden Gestalten. Rund 440 Höhenmeter machen die Tour dabei nicht nur landschaftlich, sondern auch körperlich zu einem abwechslungsreichen Wandererlebnis. Doch diese Tour erzählt nicht nur von Geologie.
Menschen hinterließen in dieser Landschaft über Jahrtausende ihre Spuren. Besonders geheimnisvoll ist die in einen Felsen geschlagene Inschrift „ARTIONI BIBER“. Der Name Artioni wird mit Artio in Verbindung gebracht, einer aus dem keltisch-römischen Kulturraum bekannten Gottheit, die mit dem Bären verbunden ist.
Das genaue Alter und die Bedeutung der Inschrift an diesem Ort sind jedoch nicht abschließend geklärt. Weitere historische Spuren, alte Felsnamen und überlieferte Geschichten zeigen, dass diese Landschaft für Menschen weit mehr war als nur eine Ansammlung beeindruckender Felsen. Orte wie die Kuckuckslay und die Schweineställe beziehungsweise Schweigestelle geben Einblicke in eine Landschaft, die über lange Zeit genutzt, durchquert und mit Geschichten verbunden wurde.
„Pfade unserer Ahnen – Im Reich der Bärengöttin“ verbindet Wandern, Natur, Geologie, Geschichte und Mythologie zu einer Entdeckungsreise durch die Südeifel. Dabei wird klar zwischen historisch belegten Spuren, überlieferten Geschichten und späteren Deutungen unterschieden. Eine Tour für alle, die nicht einfach nur durch eine Landschaft wandern, sondern entdecken möchten, welche Geschichten sich zwischen ihren Felsen verbergen.
Die Bäreninschrift – ARTIONI BIBER
Mitten in den Sandsteinfelsen der sogenannten Schweineställe beziehungsweise Schweigestelle befindet sich eine geheimnisvolle Inschrift: „ARTIONI BIBER“. „Artioni“ wird mit Artio in Verbindung gebracht, einer keltischen Gottheit, die besonders mit dem Bären verbunden ist. Eine bekannte Darstellung aus Muri bei Bern zeigt die Göttin zusammen mit einem großen Bären. Eine mögliche Deutung der hiesigen Inschrift lautet, dass ein Mann namens Biber sie zu Ehren der Göttin Artio in den Felsen schlagen ließ. Ob dies tatsächlich in römischer Zeit geschah, ist jedoch nicht abschließend geklärt. Während ältere Darstellungen die Inschrift in die römische Epoche einordnen, weisen heutige regionale Quellen darauf hin, dass sie auch wesentlich jünger sein könnte. Besonders spannend ist die unmittelbare Umgebung: An derselben Felswand befindet sich eine weitere Inschrift mit dem Namen „Tertius ... Ursulus“. Darüber wurde ein langstieliger Hammer eingeritzt. Diese Felswand ist damit ein außergewöhnliches Zeugnis dafür, wie Menschen ihre Zeichen und Namen in dieser Landschaft hinterlassen haben. Die Inschrift ist der historische Namensgeber unserer Tour „Im Reich der Bärengöttin“.
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