Rastplatzentdecker

GoldFerse Erlebnisserie

Rastplatzentdecker

Vom Autobahnrastplatz zu Seen, alten Gleisen und vergessenen Geschichten
Strecke auf dem neuesten StandLetzte Prüfung: 29.09.2026Rückmeldung geben →
Erlebnismodus🗺️ Klassische Tour
Distanz13,84 km
Höhenmeter90
Dauer3,5 stunden
SchwierigkeitMittel
TermineNoch nicht eingestellt
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Du kannst nach deiner Wanderung bestätigen, dass alles in Ordnung war, oder eine Störung wie eine Sperrung melden. Gib bitte nur eigene Beobachtungen aus den letzten 30 Tagen an.

OPTIONALER SPIELMODUS

🎮 Diese Tour hat eine virtuelle Spielebene

Normale Tour und Spielebene sind getrennt. Ohne Spielmodus siehst du nur die reale Route und Sehenswürdigkeiten. Im Spielmodus zeigt die Karte ausschließlich Spiel-, GEO- und Ferso-Stationen.

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Rastplatzentdecker – raus aus der Pause, rein ins Abenteuer Wer sagt eigentlich, dass eine Pause auf dem Rastplatz enden muss? Diese rund 13,7 Kilometer lange Entdeckertour führt dich vom Bereich der A13 hinaus in eine überraschend abwechslungsreiche Landschaft rund um den Motzener See und die angrenzenden Wald- und Seenlandschaften. Auf der Strecke wechseln sich stille Waldwege, Wasser, alte Verkehrswege und Spuren vergangener Industriegeschichte ab.

Du kommst unter anderem am Motzener See mit seinen Badestellen vorbei, entdeckst historische Orte und stößt auf Relikte einer Zeit, in der Tonabbau, Ziegeleien und kleine Bahnstrecken diese Gegend mitprägten. Besonders spannend wird die Tour dort, wo Natur und Geschichte ineinandergreifen: Alte Gleise verschwinden zwischen den Bäumen, Wege führen durch abwechslungsreiche Landschaften und die Umgebung geht zunehmend in Seen, Feuchtgebiete und Wald über. Was heute ruhig und natürlich wirkt, erzählt an vielen Stellen noch von Menschen, Arbeit und Verkehr vergangener Generationen.

GoldFerse macht aus der Wanderung dabei mehr als nur eine Strecke. Entlang des Weges warten Entdeckungsorte, Informationen, Geschichten und digitale Erlebnisse. Einige Stationen erzählen reale historische Hintergründe, andere ergänzen sie durch ausdrücklich gekennzeichnete erzählerische Szenen und lassen vergangene Zeiten für einen Moment wieder lebendig werden.

Auch Orte wie das Strandbad am Motzener See, das Haus des Gastes, ein historischer Meilenstein von 1830 und weitere kleine Entdeckungen liegen entlang beziehungsweise unmittelbar an der Route. Die Strecke hat nur etwa 90 Höhenmeter und ist damit weniger wegen großer Steigungen interessant als wegen der Vielzahl unterschiedlicher Eindrücke auf relativ kurzer Distanz. 13,7 km · ca. 90 hm · Natur · Geschichte · Seen · alte Verkehrswege · Entdeckungen Eine Tour für alle, die nicht einfach nur Kilometer machen wollen, sondern wissen möchten, was sich links und rechts des Weges verbirgt.

Sehenswürdigkeiten & Geschichten

6 Orte der Informations-Ebene. Virtuelle Spielobjekte werden hier nicht angezeigt.

Naturbelassene Waldwege – die Landschaft holt sich ihr Gebiet zurück

Spätestens hier, nach rund 1,5 Kilometern, zeigt die Tour ihren eigentlichen Charakter: Der Asphalt bleibt weitgehend zurück und es geht hinein in eine ruhige, naturbelassene Wald- und Seenlandschaft. Schmale Waldwege, alte Bäume, dichter Unterwuchs und immer wieder offene Stellen begleiten dich auf großen Teilen der weiteren Strecke. Wer langsam und aufmerksam unterwegs ist, entdeckt dabei oft wesentlich mehr als nur den Weg vor seinen Füßen.   In solchen brandenburgischen Waldlandschaften sind Rehe, Wildschweine, Füchse und zahlreiche kleinere Säugetiere zu Hause. Dazu kommen Spechte, Greifvögel, Singvögel und viele Insekten. Nicht jedes Tier wird sich zeigen – häufig verraten erst Spuren im Boden, Rascheln im Unterholz oder Vogelrufe, dass man den Wald keineswegs allein durchquert.   Besonders interessant ist, dass diese heute so natürliche Landschaft keineswegs überall unberührt geblieben ist. Die Region um Motzen und Töpchin wurde im 19. Jahrhundert stark durch den Abbau von Ton und die Ziegeleiindustrie geprägt. Um 1840 entstand in Töpchin die erste Ziegelei, weitere folgten. Auch rund um Motzen entwickelte sich ab etwa 1850 eine bedeutende Ziegeleiindustrie.   Ton wurde aus dem Boden geholt, Wege und Transportstrecken entstanden und ganze Landschaftsbereiche wurden verändert. Mit dem Niedergang dieser Industrie eroberte sich die Natur viele dieser Flächen langsam zurück. Wald wuchs über ehemalige Abbaugebiete und manche Spuren der Vergangenheit sind heute nur noch für aufmerksame Wanderer erkennbar.   Ganz in der Nähe befindet sich zudem das Naturschutzgebiet Töpchiner Seen. Es umfasst rund 375 Hektar und ist für seine abwechslungsreiche Landschaft aus Seen, Mooren, Kiefernwäldern, feuchten Erlenwäldern und seltenen Pflanzenarten bekannt.   Halte deshalb unterwegs ruhig einmal an, sei für ein paar Sekunden still und hör genau hin.   Vielleicht raschelt etwas zwischen den Bäumen, ein Specht hämmert in der Ferne oder du entdeckst eine Spur am Wegesrand.   Hier beginnt der Teil der Tour, bei dem nicht die Geschwindigkeit zählt, sondern das Entdecken.

Kleiner Tonsee Motzen

Motzener See – der erste See der Tour   Der Motzener See ist der erste größere Naturpunkt dieser Tour. Vom Parkplatz führt die Strecke zunächst über einen naturbelassenen Waldweg hinunter in Richtung Wasser.   Dabei geht es stellenweise überraschend steil bergab. Besonders bei feuchtem Boden, Laub oder lockerem Untergrund kann der Weg rutschig werden. Trittfeste Schuhe mit gutem Profil sind für diesen Abschnitt deshalb unbedingt zu empfehlen.   Unten angekommen verändert sich die Landschaft. Zwischen den Bäumen öffnet sich der Blick auf den Motzener See. Wald, Wasser und die angrenzenden offenen Flächen sorgen hier für eine ruhige, ländliche Atmosphäre. In der Nähe befindet sich ein kleines Gebäude, und auf den angrenzenden Flächen können auch Pferde beobachtet werden.   Der Motzener See gehört zu den bekanntesten Gewässern der Region. Er ist rund 202 Hektar groß, etwa 4,2 Kilometer lang und erreicht eine maximale Tiefe von ungefähr 16 Metern. Von Süden erhält er Wasser aus Richtung der Töpchiner Seen. Sein Abfluss führt über den Galluner Kanal weiter in Richtung Nottekanal.   Auch wenn die Umgebung sehr naturbelassen wirkt, sollte der Motzener See selbst nicht pauschal als Teil des Naturschutzgebietes „Töpchiner Seen“ bezeichnet werden. Dieses rund 375 Hektar große Schutzgebiet liegt südlich des Sees und umfasst Flächen in den Gemarkungen Töpchin, Motzen und Groß Köris.   Eine kleine Geschichte am Wegesrand   Stell dir vor, du kommst früh am Morgen den steilen Waldweg hinunter. Zwischen den Bäumen hängt noch etwas Feuchtigkeit in der Luft und unter deinen Schuhen knacken Äste und trockenes Laub.   Dann wird es zwischen den Baumstämmen plötzlich heller.   Vor dir erscheint das Wasser des Motzener Sees.   In der Nähe steht ein Pferd auf der Weide und hebt für einen Augenblick den Kopf. Hinter den Bäumen ist das kleine Gebäude zu erkennen. Kein hektischer Verkehr, keine Menschenmenge – nur Wald, Wasser und die Geräusche der Umgebung.   Für einen kurzen Moment wirkt es, als hätte sich hier kaum etwas verändert.   Schon Generationen vor uns führten Wege durch die Wälder rund um Motzen. Menschen lebten und arbeiteten in einer Landschaft, die stark vom Wasser, vom Wald und später auch von der Ziegeleigeschichte der Region geprägt wurde.   Heute ist der Motzener See vor allem ein Ort der Erholung. Doch wenn du hier zu Fuß unterwegs bist und den See über den kleinen Waldweg erreichst, bekommst du noch einen Eindruck davon, wie ruhig und ursprünglich diese Landschaft wirken kann.   Der Motzener See ist damit nicht einfach nur der erste See auf der Strecke. Er ist der Punkt, an dem die Tour endgültig den Parkplatz hinter sich lässt und in die Natur eintaucht.

Am Strandfritzen - Naturbadestelle Motzener See

  An diesem Punkt verändert sich der Charakter der Tour deutlich. Nach den ruhigeren und naturbelassenen Abschnitten rund um den Motzener See erreicht man hier einen der Bereiche, an denen der See richtig zum Aufenthalts- und Freizeitort wird.   Direkt am östlichen Ufer befindet sich die Naturbadestelle Motzener See. Ein Sandstrand ermöglicht einen einfachen Zugang zum Wasser, während sich hinter dem Ufer eine große Rasen- und Liegefläche erstreckt. Gerade an warmen Tagen bietet sich dieser Abschnitt deshalb hervorragend für eine längere Pause an: Schuhe ausziehen, am Wasser sitzen, etwas essen oder einfach den Blick über den See genießen.   Von der Badestelle eröffnet sich ein weiter Blick über den Motzener See bis hinüber zum gegenüberliegenden Ufer. Wer nicht gleich weiterwandern möchte, findet hier genügend Platz zum Ausruhen, Sonnen oder Picknicken.   Auch für Familien ist dieser Bereich interessant. Direkt an der Badestelle befindet sich ein größerer Spielplatz mit verschiedenen Spielmöglichkeiten und Fußballtoren. Außerdem steht eine Tischtennisplatte zur Verfügung. Damit ist dieser Punkt nicht nur für Wanderer ein Zwischenstopp, sondern auch ein richtiges kleines Freizeitgebiet am See.   Baden & Freizeit   Der Sandstrand fällt vergleichsweise unkompliziert zum Wasser ab und bietet einen direkten Einstieg zum Schwimmen. Der Motzener See gehört zu den bekannten Bade- und Freizeitgewässern der Region.   Am See sind neben dem Baden grundsätzlich auch weitere Freizeitaktivitäten möglich. Dazu gehören unter anderem Angeln, Wassersport und das Erkunden des Sees vom Wasser aus. Motorisierte Freizeitboote spielen hier dagegen nur eine untergeordnete Rolle – der See ist gerade für seine vergleichsweise ruhige Atmosphäre bekannt.   Auch Wanderer und Radfahrer nutzen die Wege rund um den See. Dadurch eignet sich die Badestelle sehr gut als Verbindungspunkt zwischen Naturerlebnis, Bewegung und einer längeren Rast.   Strandfritzen – Einkehr direkt am See   Nur wenige Schritte vom Badebereich entfernt liegen die „Strandfritzen“. Die Gaststätte beziehungsweise Strandbar gehört inzwischen fest zu diesem Abschnitt des Motzener Sees.   Die Gastronomie bietet Platz für etwa 150 Gäste. Angeboten werden unter anderem deutsche Küche, wechselnde Mittagsangebote und spezielle Kindermenüs. Außerdem finden dort immer wieder Veranstaltungen und andere Events statt.   Damit ist der Bereich besonders praktisch für unsere Tour: Wer bisher nur etwas zu trinken oder einen kleinen Snack im Rucksack hatte, bekommt hier die Möglichkeit, richtig einzukehren.   Je nach Angebot reicht die Auswahl von typischen Imbissgerichten bis zu vollwertigen Mahlzeiten. Die Strandfritzen verbinden dabei Strandbar, Bistro und Restaurant miteinander. Gerade im Sommer entsteht dadurch eine typische Atmosphäre aus Badesee, Gastronomie und Ausflugsziel.   Da sich Angebote und Öffnungszeiten saisonal ändern können, sollte man vor einer geplanten Einkehr die aktuellen Öffnungszeiten prüfen.   Parken & Erreichbarkeit   Unmittelbar beim Badebereich befindet sich ein größerer Parkplatz. Von dort sind es ungefähr 100 Meter bis zu den Strandfritzen.   Dadurch eignet sich dieser Abschnitt auch gut als eigener Ausgangspunkt für einen Besuch am Motzener See. Wer nicht unsere komplette Wanderroute laufen möchte, kann hier direkt anreisen und Badestelle, See und Gastronomie miteinander verbinden.   Für unsere Wanderung ist der Parkplatz allerdings nur eine Orientierung – wir erreichen diesen Punkt zu Fuß über die Tour.   Ein guter Platz für eine längere Pause   Auf der gesamten Strecke gehört dieser Bereich zu den besten Punkten für eine längere Rast. Hier kommen mehrere Dinge zusammen:   Wasser und Sandstrand, große Liegewiesen, Spielmöglichkeiten, Gastronomie, Parkmöglichkeiten und ein weiter Blick über den Motzener See.   Während andere Abschnitte unserer Tour vor allem von Wald, Natur und Geschichte geprägt sind, zeigt dieser Ort eine andere Seite des Sees: den Motzener See als Freizeit- und Erholungsgebiet.   Wer genügend Zeit mitbringt, sollte hier deshalb nicht nur vorbeilaufen. Gerade bei schönem Wetter lohnt es sich, ein paar Minuten länger am Wasser zu bleiben, etwas zu trinken oder zu essen und anschließend frisch gestärkt den nächsten Abschnitt der Tour anzugehen.

ℹ️ Besucherinformationen Allgemeiner Ort
🕒 Öffnungszeiten

01.04.–31.10.:
Mo geschlossen
Di–Do 14:00–20:00 Uhr
Fr 12:00–22:00 Uhr
Sa 09:00–22:00 Uhr
So 09:00–20:00 Uhr

01.11.–31.03.:
Mo–Do geschlossen
Fr 16:00–22:00 Uhr
Sa 10:00–22:00 Uhr
So 10:00–20:00 Uhr

Saisonale und veranstaltungsbedingte Abweichungen sind möglich.

Die veröffentlichten Öffnungszeiten können saisonal, wetterbedingt oder bei Veranstaltungen abweichen. Vor einer geplanten Einkehr empfiehlt sich eine aktuelle Prüfung der Öffnungszeiten bei den Strandfritzen.

Hinweis: Die Stadt Mittenwalde veröffentlicht teilweise abweichende Öffnungszeiten. Die hier hinterlegten Zeiten entsprechen den Angaben des Tourismusverbandes Dahme-Seenland und von Reiseland Brandenburg, Stand 30.09.2026.

ParkenVorhandenGroßer Parkplatz direkt an der Naturbadestelle Motzener See. Von dort sind es etwa 100 Meter bis zu den Strandfritzen. Das Parken ist gebührenpflichtig.
ÖPNVBushaltestelle „Motzen, Seeblick“.

Buslinien 726, 728 und 729.

Von der Haltestelle ist die Naturbadestelle beziehungsweise der Bereich am Motzener See zu Fuß erreichbar.
ToilettenÖffentliche Toiletten sind an der Naturbadestelle vorhanden. Die Badestelle wird regelmäßig durch das Gesundheitsamt kontrolliert.
HundeNicht erlaubtHunde dürfen auf gekennzeichneten Liegewiesen und Badestellen nicht mitgenommen werden. Außerhalb des ausgewiesenen Bade- und Liegebereichs gelten die örtlichen Regelungen.
FamilienGeeignetSehr familienfreundlicher Bade- und Freizeitbereich direkt am Motzener See.

Vorhanden sind ein Sandstrand mit einfachem Einstieg ins Wasser, eine große Liegewiese sowie ein etwa 1.000 m² großer Spiel- und Sportbereich. Dazu gehören unter anderem Kletternetz, Schaukel, Rutsche, Wippen, Karussell, Tischtennisplatten und eine Volleyballanlage.

Gastronomie befindet sich unmittelbar in der Nähe. Damit eignet sich der Bereich gut für Familien, die Baden, Spielen, Essen und eine längere Pause miteinander verbinden möchten.
BarrierefreiheitParkplatz unmittelbar an der Naturbadestelle vorhanden. Von dort führen kurze Wege zum Bade-, Spiel- und Gastronomiebereich.

Die Badestelle besteht aus Sandstrand und Liegewiese. Öffentliche Toiletten sind vorhanden.

Eine vollständig barrierefreie Erschließung, insbesondere ein rollstuhlgerechter Zugang bis zum Wasser und barrierefreie Sanitäreinrichtungen, konnte anhand der derzeit verfügbaren offiziellen Angaben nicht bestätigt werden.

Ort / Landschaftspunkt – 29.09.2026 16:30

Holzbrücke über das Mühlenfließ

Holzbrücke über das Mühlenfließ   Hier führt die Tour über eine kleine Holzbrücke und quert das Mühlenfließ – einen der stilleren und naturbelasseneren Punkte der Strecke. Das Mühlenfließ gehört zum Gewässersystem zwischen den Töpchiner Seen und dem Motzener See. Das Wasser kommt aus südlicher Richtung aus dem Bereich der Töpchiner Seen und fließt weiter in Richtung Motzener See. Damit verbindet dieser unscheinbare Wasserlauf mehrere Seen miteinander und ist Teil eines größeren natürlichen Wassersystems.   Auf den ersten Blick wirkt das Fließ vielleicht nur wie ein kleiner Graben zwischen Bäumen, Schilf und feuchtem Gelände. Tatsächlich sind solche kleinen Wasserläufe für die Landschaft jedoch sehr wichtig. Sie transportieren Wasser zwischen Seen und Feuchtgebieten und bieten gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.   Gerade in den ruhigeren Bereichen können Amphibien, Libellen, Wasservögel und verschiedene Insekten solche feuchten Lebensräume nutzen. Auch Schilf, Gräser und andere Pflanzen, die mit nassen Böden zurechtkommen, prägen die Umgebung.   Die Holzbrücke selbst ist ein schöner kleiner Übergang auf der Tour. Hier lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben und nach unten zu schauen. Je nach Jahreszeit und Wasserstand kann das Mühlenfließ völlig unterschiedlich wirken – mal als deutlich sichtbarer Wasserlauf, mal fast verborgen zwischen Pflanzen und Uferbewuchs.   Eine kleine Geschichte am Wegesrand   Stell dir vor, du stehst hier vor vielen Jahrzehnten. Keine Wander-App, keine markierte Tour und kein Smartphone in der Tasche.   Vor dir liegt nur das Wasser.   Solche kleinen Fließe bestimmten früher ganz selbstverständlich, wo Menschen einen Weg anlegen konnten und wo eine Brücke nötig war. Für Wanderer ist die Überquerung heute nur ein kurzer Schritt – für Menschen, die hier früher mit Werkzeug, Holz, Waren oder Tieren unterwegs waren, konnte ein Wasserlauf eine echte Grenze in der Landschaft darstellen.   Heute führt die Holzbrücke bequem hinüber. Unter dir zieht das Wasser langsam weiter in Richtung Motzener See.   Es ist einer dieser kleinen Orte, an denen man leicht vorbeiläuft – obwohl gerade solche unscheinbaren Verbindungen zeigen, wie eng die Seen und Feuchtgebiete dieser Landschaft miteinander verbunden sind.

Fliegenpilz am Wegesrand – Giftpilz, Glückssymbol und Wesen der alten Geschichten

Fliegenpilz am Wegesrand – Giftpilz, Glückssymbol und Wesen der alten Geschichten   Direkt am Wegesrand wurde auf dieser Tour ein Fliegenpilz entdeckt. Mit seinem leuchtend roten Hut und den weißen Punkten gehört der Fliegenpilz – wissenschaftlich Amanita muscaria – wahrscheinlich zu den bekanntesten Pilzen überhaupt.   Doch hinter seinem auffälligen Aussehen steckt weit mehr als nur das klassische Bild eines Giftpilzes.   Ein Partner des Waldes   Der eigentliche Pilz befindet sich größtenteils unsichtbar im Boden. Dort bildet der Fliegenpilz ein weit verzweigtes Pilzgeflecht und lebt in enger Gemeinschaft mit Bäumen.   Besonders häufig findet man ihn bei Birken, aber auch Kiefern, Fichten und anderen Bäumen können seine Partner sein. Die feinen Pilzfäden umschließen Teile der Baumwurzeln. Der Pilz versorgt den Baum dabei unter anderem mit Wasser und Mineralstoffen aus dem Boden und bekommt im Gegenzug Zucker, den der Baum durch Photosynthese produziert.   Der rote Fruchtkörper, den wir sehen, ist also nur der sichtbare Teil eines wesentlich größeren Organismus unter unseren Füßen.   Woher kommt der Name „Fliegenpilz“?   Der Name hat wahrscheinlich einen sehr praktischen historischen Hintergrund.   Früher wurden Stücke des Fliegenpilzes beispielsweise in gezuckerte Flüssigkeit oder Milch gelegt und als Mittel gegen Fliegen verwendet. Die darin enthaltenen Stoffe betäubten beziehungsweise berauschten die Insekten.   Daher finden sich alte Bezeichnungen wie „Fliegenschwamm“ oder „Mückenschwamm“.   Vom Giftpilz zum Glückspilz   Heute begegnet uns der Fliegenpilz erstaunlicherweise häufig als Glückssymbol.   Besonders seit Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte der rot-weiße Pilz immer häufiger auf Glückwunschkarten, Neujahrsdekorationen, Schmuck und kleinen Glücksbringern auf.   Zusammen mit Hufeisen, vierblättrigem Kleeblatt und Schornsteinfeger wurde der Fliegenpilz zu einem klassischen Symbol für Glück.   Warum ausgerechnet ein Giftpilz zum Glücksbringer wurde, lässt sich historisch nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Seine außergewöhnliche Erscheinung und seine bereits lange bestehende Verbindung zu Sagen, Magie und besonderen Naturerscheinungen dürften dabei eine Rolle gespielt haben.   Der Pilz zwischen Mythos und Wirklichkeit   Kaum ein anderer europäischer Pilz ist so stark mit Märchen und mystischen Geschichten verbunden.   Auf alten und modernen Darstellungen steht der Fliegenpilz häufig neben Zwergen, Elfen, Feen oder Waldgeistern. Der rote Pilz mit seinen weißen Punkten wurde dadurch geradezu zu einem Symbol für den geheimnisvollen Wald.   Diese Vorstellung hat allerdings nicht nur mit Märchen zu tun.   Der Fliegenpilz enthält unter anderem Ibotensäure und Muscimol. Diese Stoffe können das zentrale Nervensystem beeinflussen und unter anderem Wahrnehmungsstörungen und starke Vergiftungserscheinungen verursachen.   Aus verschiedenen Regionen Sibiriens sind historische und ethnografische Berichte über eine rituelle Verwendung des Fliegenpilzes bekannt. Dort wurde er in bestimmten Kulturen im Zusammenhang mit schamanischen Ritualen und veränderten Bewusstseinszuständen genutzt.   Viele moderne Geschichten gehen allerdings deutlich weiter als das, was historisch sicher belegt werden kann. Behauptungen beispielsweise über Wikinger, Weihnachtsbräuche oder bestimmte germanische Rituale werden häufig weitererzählt, sind wissenschaftlich aber wesentlich unsicherer.   Deshalb gilt: Mythologie und belegte Geschichte sollte man beim Fliegenpilz voneinander unterscheiden.   Ein auffälliger Giftpilz   So schön der Fliegenpilz aussieht – er ist kein Speisepilz.   Eine Vergiftung kann unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Herz-Kreislauf-Reaktionen, Wahrnehmungsstörungen, Verwirrtheit und neurologische Symptome hervorrufen.   Für unsere Tour gilt daher ganz einfach:   Anschauen, fotografieren und stehen lassen.   Welche weiteren Pilze kann man in dieser Landschaft entdecken?   Die Wälder Brandenburgs werden stark von Kiefern geprägt. Hinzu kommen unter anderem Birken, Eichen und andere Laubbäume. Dadurch entstehen Lebensräume für zahlreiche verschiedene Pilzarten.   Je nach Jahreszeit, Niederschlag, Boden und Baumbestand können beispielsweise vorkommen:   • Maronenröhrling Der auch „Marone“ genannte Röhrling gehört zu den häufig gesammelten Pilzen der Brandenburger Wälder und ist besonders typisch für Kiefernstandorte.   • Steinpilz Verschiedene Steinpilzarten können auch in Brandenburg gefunden werden. Sie leben wie der Fliegenpilz in einer Gemeinschaft mit Bäumen.   • Kiefern-Steinpilz Besonders in Kiefernwäldern und sandigen Waldgebieten kann diese Steinpilzart vorkommen.   • Pfifferling Auch Pfifferlinge gehören zur Pilzflora Brandenburger Wälder. Sie wachsen häufig auf eher nährstoffarmen Waldböden.   • Birkenpilz Wo Birken stehen, kann auch der Gemeine Birkenpilz auftreten. Er ist eng an seinen Baumpartner gebunden.   • Rotkappen Verschiedene Rotkappen können vor allem in Bereichen mit Birken und anderen passenden Wirtsbäumen vorkommen.   • Täublinge Von dieser großen Pilzgattung gibt es zahlreiche Arten. Viele leben als Mykorrhizapartner von Bäumen und sind auch in Kiefernwäldern typisch.   • Perlpilz Auch diese Wulstlingsart kommt in Brandenburg vor. Für unerfahrene Sammler besteht jedoch Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten.   • Pantherpilz und Knollenblätterpilze Auch giftige beziehungsweise sehr giftige Arten gehören zur natürlichen Pilzflora. Gerade deshalb sollte niemals allein anhand eines Fotos oder einzelner Merkmale entschieden werden, ob ein Pilz essbar ist.   Die genannten Arten sind typische beziehungsweise in Brandenburg nachgewiesene Vertreter entsprechender Waldlebensräume. Das bedeutet nicht, dass jede dieser Arten genau an dieser Stelle unserer Tour vorkommen muss.   Pilze verändern den Blick auf den Wald   Vielleicht läufst du beim nächsten Waldstück etwas aufmerksamer.   Ein Pilz ist nämlich nicht einfach nur etwas, das plötzlich nach einem Regentag aus dem Boden wächst. Unter deinen Füßen befinden sich riesige unsichtbare Netzwerke aus Pilzfäden, die Bäume mit Nährstoffen versorgen, abgestorbenes Holz zersetzen und damit wesentlich zum Funktionieren des Waldes beitragen.   Der Fliegenpilz am Wegesrand ist deshalb mehr als ein schönes Fotomotiv.   Er ist ein sichtbares Zeichen für eine ganze Welt, die sich größtenteils verborgen unter dem Waldboden befindet.

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