
Düvelsteine bei Heiden
Die Düwelsteene bei Heiden – ein Grab aus der Jungsteinzeit Vor dir liegen die Düwelsteene, eines der ältesten noch sichtbaren Bauwerke der Region. Das Großsteingrab wurde ungefähr zwischen 3300 und 2600 vor …
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Die Düwelsteene bei Heiden – ein Grab aus der Jungsteinzeit
Vor dir liegen die Düwelsteene, eines der ältesten noch sichtbaren Bauwerke der Region. Das Großsteingrab wurde ungefähr zwischen 3300 und 2600 vor Christus genutzt und ist damit mehr als 4.500 Jahre alt. Errichtet wurde es von Menschen der Trichterbecherkultur, die als Bauern und Viehhalter lebten.
Die Düwelsteene waren kein Grab für eine einzelne Person. Die Anlage wurde über einen längeren Zeitraum als gemeinschaftliche Grabstätte genutzt. Archäologen fanden hier Keramikscherben, Steingeräte, verbrannte menschliche Knochen und sogar ein kleines Kupferröllchen. Anhand der erhaltenen Scherben lassen sich mindestens 110 Gefäße nachweisen. Ursprünglich könnten sich sogar 300 bis 400 Gefäße im Grab befunden haben.
Für die Grabkammer verwendeten die Erbauer mächtige Findlinge. Diese waren während der Eiszeit aus dem Norden nach Westfalen gelangt. Ohne moderne Maschinen wurden die tonnenschweren Steine transportiert, aufgerichtet und teilweise mit weiteren Steinen überdeckt. Die heute sichtbare Anlage ist außen ungefähr zwölf Meter lang. Die eigentliche Grabkammer misst innen rund zehn Meter und erreicht eine Höhe von etwa eineinhalb Metern.
Allerdings sieht das Grab heute nicht mehr genauso aus wie in der Jungsteinzeit. Einige Steine gingen verloren oder wurden versetzt. Im Jahr 1932 wurde die Anlage umgestaltet, damit sie wie ein vermeintlich vollständiges Großsteingrab aussah. Deshalb lässt sich die ursprüngliche Position einzelner Steine heute nicht mehr sicher bestimmen. Historische Fotografien ermöglichten später eine digitale Rekonstruktion des Zustands vor diesem Umbau.
Die Sage vom Teufel und dem listigen Schuster
Der Name „Düwelsteene“ bedeutet im Plattdeutschen „Teufelssteine“. Einer alten Sage zufolge trug der Teufel einen schweren Sack voller Steine auf seinem Rücken. Er wollte nach Aachen ziehen und mit den Steinen den Dom Karls des Großen zerstören.
Bei Heiden begegnete ihm ein Schuster mit zwölf Paar völlig abgetragenen Schuhen. Der Teufel fragte ihn, wie weit es noch bis Aachen sei. Der Schuster erkannte den Teufel an seinem Pferdefuß und ahnte dessen böse Absicht. Deshalb behauptete er, gerade aus Aachen zu kommen und auf dem langen Weg alle zwölf Paar Schuhe zerschlissen zu haben.
Als der vom Tragen erschöpfte Teufel das hörte, verlor er den Mut. Voller Wut schüttete er die Steine an Ort und Stelle aus und verschwand. Seitdem, so erzählt es die Sage, liegen hier die Düwelsteene.
Die Wissenschaft erzählt eine andere Geschichte: Nicht der Teufel, sondern Menschen der Jungsteinzeit errichteten diese Grabstätte. Die Sage zeigt jedoch, wie geheimnisvoll und unerklärlich die gewaltigen Steine noch Jahrtausende später auf die Menschen wirkten.
